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Unser Wohnwagen

Am Anfang der Reise war es gar nicht so einfach, sich auf die gerade mal 17qm des Wohnwagens einzulassen. Mit Vorzeit sind es zwar immerhin doppelt so viele Quadratmeter, aber das bauen wir nicht immer auf.

 

Der Wohnwagen ist in vier „Zimmer“ eingeteilt, von denen nur das Bad eine eigene Tür hat. Die drei anderen „Zimmer“ sind das Schlafzimmer von Andrea und Martin, der Wohn-/Ess-/Spiel-Bereich mit Küche und das Stockbett/Schlafzimmer von Anna und Carla. Man kann die Zimmer mit einem Vorhang trennen, was einem das Gefühl eines eigenen Zimmers gibt. Natürlich war das für jeden von uns eine große Umstellung, aber nach ein paar Wochen haben wir uns alle daran gewöhnt und kommen sehr gut mit dem wenigen Platz zurecht.

 


Wie ist es mit der „Dichte“?
Schwierig war es bis jetzt eigentlich nur bei Dauerregen, weil wir dann das Vorzelt nicht aufbauen konnten und auch keiner nach draußen ausweichen kann! Da hilft nur entsprechende Kleidung an und raus in die Natur! Oder sich in einem guten (Hör-)Buch verkriechen.

 

„Ordnung ist das halbe Leben“ - (was den einen leichter fällt, als den anderen….:-)
Diese Redewendung passt hier echt gut und bringt Zufriedenheit, da der wenige Platz dann immer genutzt werden kann oder eben nicht. Alles hat bei uns seinen festen Platz.
Abläufe, vor allem beim Wohnwagen klar machen und beim Vorzelt Auf- und Abbau sind zu einer positiven Routine geworden…jeder hat seine Aufgabe!


Wärme ist was ganz Essentielles…

wir haben bisher noch wenig vermisst, nur die Wärme in der Nacht. Wenn es draussen kalt ist, wie es z.B. in Schottland war. Martin hat in Edinburg einen kleinen Elektro-Radiator gekauft, da Strom bei den Campingplätzen meist inklusive ist und unsere Gasheizung leider etwas stinkt! Der hält uns mehr oder weniger warm. Dann noch eine zusätzliche Decke und ein Pulli…


Abendbeschäftigung: oft spielen wir was, (super war das Interaktive Buch aus dem TOPP Verlag, das wir von Freuden für die Reise geschenkt bekommen haben - Danke! - und 2 Adventure Games aus dem Kosmos Verlag, die wir uns zu Weihnachten gewünscht haben), lesen, hören ein Hörbuch, Malen, Andrea
hat einen tollen Podcast entdeckt, stricken (Carla hat es auf der Reise gelernt)
…und vor allem sprechen wir über das Erlebte, schlagen Dinge nach, die uns noch interessieren, wo wir unser Wissen noch vertiefen wollen.


Unsere „Küche“ bietet die gleichen Leckereien, wie zu Hause. Wir backen sogar Brot und Kuchen. Im OMNIA (Omnia Backofen https://omniasweden.com/de/home).

Das war eine der besten Anschaffungen und für jeden Camper zu empfehlen!

Außerdem macht vor allem das Backen den Wohnwagen schön warm. Wenn gebrutzelt wird, baut Martin die Außenküche auf und stellt sich manchmal sogar bei Regen hin, damit der Wohnwagen nicht stinkt!


Apropos Stinken…schwierig ist das Waschen bzw. Trocknen bei Regen und kalten Temperaturen. Wir haben jetzt beschlossen, bei so einer Witterung doch alles in den Trockner zu tun. Auch wenn es Energieschleudern sind und die Kleidung leidet!

 


Wie sind wir unterwegs?


Da auch wir in der Vorbereitung sehr dankbar über Erfahrungsberichte anderer waren, teilen wir in dieser Rubrik mit Interessierten unsere Ausstattung und ziehen ein kleines Resümee:

 

Wir haben uns für einen Wohnwagen entschieden, da wir alle ein festes Bett wollten und klar war, dass wir Zeit haben, um länger an einem Ort verweilen zu können. Außerdem ist ein Wohnwagen in der Anschaffung deutlich günstiger und hat einen höheren Wiederverkaufswert (allerdings haben vor allem die Mädels schon beschlossen: „unseren Wohnwagen, den behalten wir!!!“)
Ein neues Auto brauchten wir schon im Frühjahr. Und das und Wohnmobil hätte das Budget gesprengt! Mit unserem Auto sind wir an den Orten dann immer sehr mobil (kleine Gassen, Parkplätze, Einkaufen,…). Nach dem Durchforsten verschiedener Kataloge der Campingfirmen und dem Besuch der CMT in Stuttgart im Winter 18/19, entschieden wir uns für ein Modell der Firma Weinsberg, eine Tochter der Firmengruppe Tabbert/ Knaus. Es ist ein gutes Einsteigermodell, entsprach vom Grundriss unseren Wünschen und die
Ausstattung erledigt mehr als ihren Zweck.


Wohnwagenmodell Weinsberg Cara one 550 QDK
https://www.weinsberg.com/de-de/wohnwagen/caraone/grundrisse/550-qdk/serienausstattung.html
Auflastung auf 1,7t
Smart Paket
Advanced Paket

 


Vor unserer Abfahrt haben wir über den ADAC ein Wohnwagen-Fahrttraining gemacht. Das können wir nur allen empfehlen!!!! Es lässt einen auf dem Platz alle möglichen Situationen üben, vermittelt den nötigen Respekt vor dem Fahren mit einem Gespann und nimmt einem die Angst.

 


Unser Vorzelt


Mehrfach waren wir schon dankbar ein Luftkammern-Vorzelt gekauft zu haben. Wir haben uns für ein All Season Modell der Firma Dorema entschieden. Es sieht zwar nicht ganz so hip aus, aber bietet viel zusätzlichen Raum, durch kompletten Einzug in der Kederleiste, einen guten Wind- und Kälteschutz und
ist wirklich schnell aufgebaut. Manchmal lassen wir die Luftsäulen, die herausgenommen werden,
aufgeblasen, und lagern sie bei der Fahrt im Wohnwagen auf dem Doppelbett. Sie sind ja ganz leicht und können nichts kaputt machen. Dann haben wir auf dem neuen Campingplatz nicht ganz so viel Arbeit. Richtig gefüllt halten sie gut 2-3 Wochen! Für Stationen an denen wir nur 2-3 Tage standen, haben wir uns bei Decathlon noch eine Zeltplane gekauft und mit dem „Mac Guyver“ Geschick von Martin eine Kedereinzugsvariante geschaffen. So haben wir ein kleines Vordach, das die Wohnwagentür bei Regen ein wenig überdacht.


Vorzelt Dorema Maribor Air all season
https://www.dorema.de/luftschlauchzelte/maribor-air-all-season/


Zeltplane Decathlon Tarp
https://www.decathlon.de/p/schutzzelt-trekking-tarp-trek-900-grau/_/Rp-305779?mc=8545743

 


Außerdem haben wir uns eine einfache Außenküche zusammengestellt mit einem zusätzlichen 2 Platten Gaskocher und einem kleinen Faltregal. Das ist wichtig, wenn wir etwas anbraten, grillen,…damit nicht der ganze Wohnwagen „riecht“. Es gibt ja keine Dunstabzugshaube! Und obwohl wir mit beiden Gasflaschen (aus Gewichtsgründen haben wir 2 Alugasflaschen mit je 11kg Füllgewicht gekauft) ganz regulär kochen, ist die eine nach 6 1/2 Monate erst zur Hälfte leer, die zweite 3/4 voll! Allerdings nutzen wir das Gas nur zum
Kochen!


-Tisch: Westfield Aircolite 120
-Stühle: 2 alte Campingstühle + 2 Klappstühle von Lidl mit Sitzkissen
-Hypercamp Ambassador Küche
https://www.obelink.de/hypercamp-ambassador-kuche.html
-Gaskocher Cadac 2-cook 2
https://www.cadacinternational.com/de/produkte/camping-grills/2-cook/?variant=deluxe


Heizen tun wir mit Strom. Da die Gasheizung (Truma…), die im Wohnwagen eingebaut ist, leider stinkt, es aber schon gleich zu Anfang in Schottland sehr kalt war, haben wir eine kleinen Elektroradiator mit geringer Wattzahl gekauft. Der sich schon mehr als ausgezahlt hat. Am besten besprochen und von vielen uns empfohlen, ist der Ecomat 2000. Es war nur schwer an ihn ranzukommen, als wir dringend Wärme gebraucht haben!!! Der Strom ist bei fast allen Campingplätzen inklusive, vor allem da wir die ASCI Karte haben (17,95 € pro Kalenderjahr mit Campingplatzregister; sie bietet die besten Rabatte für die
Nebensaison!).
Eine weitere Karte, die wir uns zugelegt haben ist die CKE (Camping Card Europ) die über den ADAC erhältlich ist, für 12 € pro 12 Monate für Mitglieder. Mit ihr bekommt man 10% Rabatt und hat einen gewissen Versicherungsschutz!


Was wir noch empfehlen:


-Anti-Rutsch-Folien in allen Schränken und in den Stauräumen unter den
Betten. Gibt es oft günstig bei Aldi oder im Baumarkt!
-Tesa Power- und Poster-Strips zum Befestigen von allem möglichen
-Töpfe, Besteck, Teller sind aus unserem Campingbestand gewesen bzw. haben wir durch Teller von Hema ergänzt (die sind ganz farbenfroh)
-4 Dielenreststücke von unserer Terrasse zuhause hat Martin als Unterlage für die Wohnwagen Stützen
-IKEA Aufbewahrungsbox Samla+Deckel: super für Essensvorräte, Schuhe, Fahrradsachen,…
https://www.ikea.com/de/de/p/samla-box-transparent-80102976/
-IKEA Haken Tisken haben wir noch nachgekauft.


Falls ihr sonst noch was wissen wollt, schreibt uns einfach eine Mail!

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Kommentare: 4
  • #1

    Ruth und Erich (Sonntag, 08 März 2020 09:51)

    Hallo, Ihr lieben Simons, das ist ja interessant und zeigt, was für eine logistische Meisterleistung so ein Reisejahr darstellt. Leider können wir die tollen Tipps nicht mehr verwerten, da wir in unserem Alter - wenn überhaupt - doch eine bequemere Art des Urlaubmachens bevorzugen! Wir bewundern Euch und staunen, dass Eure Familie die Enge des Wohnwagens aushält; aber das tägliche Abenteuer wird da manches kompensieren! Wir wünschen Euch weiterhin wunderbare und einzigartige Erlebnisse - wir verfolgen das gerne und hoffen am Ende auf einen interessanten filmischen Einblick. Bleibt gesund alle miteinander!
    Es grüßen Euch Ruth und Erich mit der ganzen Familie!

  • #2

    Olaf (Dienstag, 10 März 2020 13:54)

    Sehr interessanter Einblick! Da kriegt man Lust, das auch mal zu machen :-)

  • #3

    Uschi (Mittwoch, 11 März 2020 07:57)

    Es freut mich für euch, das ihr alles so wunderbar auf die Reihe bekommen habt. Alle müssen natürlich am gleichen Strang ziehen und das gibt der Familie eine noch festere Bindung und macht euer Reise Erlebnis so wertvoll. Hoffentlich habt ihr bei eurer Weiterfahrt keine Probleme betreffend "Coronavirus". Ich wünsche euch weiterhin eine wundervoll interessante Zeit und freue mich auf ein wiedersehen mit euch.

  • #4

    Doris & Helmuth (Donnerstag, 12 März 2020 18:56)

    Wir "verfolgen" Euch seit eurer Abfahrt. Von allen Ländern berichtet ihr interessante Erlebnisse in schöner Form. Da wir auch begeisterte Camper sind, können wir gut nachvollziehen, was ihr bezüglich eurer "Wohnung" schreibt. Ordnung ist eben das halbe Leben. Besonders, wenn man so lange und mit relativ vielen Personen unterwegs ist. Auch wir waren zu viert, aber nicht so lange unterwegs. Haben viele Länder mit unseren Kindern erlebt und bereuen keine Sekunde auf diese Weise gereist zu sein. Hoffentlich könnt ihr die Engpässe, die sich durch die Corona Epedimie ergeben, gut in den Griff bekommen. Wenn ihr das schafft, noch Polen und die Baltischen Länder zu bereisen, wäre das toll. Wir haben das im Anschluß an eine Rumänienrundfahrt getan und waren ungemein beeindruckt von der Lebensweise und den Sehenswürdigkeiten dieser kleinen Länder. Wir wünschen euch weiter schöne Erlebnisse, leckeren Kuchen und gute Stimmung. Das wird am Ende ein bleibendes Erlebnis für alle werden.